Ich gehe ins MGH weil...
... mein Frauchen hier arbeitet. Ich heiße übrigens Elli. Morgens beim Frühstück spricht mein Frauchen immer gut gelaunt vom MGH und dass ihr die Arbeit dort viel Spaß macht. Heute bin ich einfach mal hinterher gelaufen und habe sie besucht, natürlich ohne dass sie davon etwas weiß.
Zuerst sehe ich dieses große schöne alte Haus; wahrscheinlich gibt es dort viele Mäuse, mehr als in neuen Häusern. Ich schleiche mich auf den Flur und bin stark beeindruckt, wie warm und gemütlich es hier ist! Eine Tür öffnet sich und ich rieche das leckerste Fressen, Rührei mit Speck. Vielleicht fällt etwas für mich ab.
Zwei Frauenbeine laufen hin und her und decken einen Tisch ein; wollen die jetzt hier frühstücken? Oh, ich rieche Fisch...... ; springe ich doch mal auf den Tisch und hole mir etwas. Zu spät, da kommen Leute mit Geschenken und ganz vielen Blumen. Jetzt muss ich mich verstecken. Ich sehe auch Kinder kommen, die schnurstracks in eine Ecke laufen, wo es ganz viel Spielzeug gibt.
Die Erwachsenen setzen sich an den Tisch und essen genüsslich, tun die immer und denken nicht daran, dass auch ich Appetit habe. Ich gehe zu den Kindern, die dort spielen. Eins bemerkt mich und wirft mir einen kleinen Ball zu und ich springe hinterher. Das macht mir eine Weile großen Spaß, ist aber auch sehr anstrengend. Da schaue ich doch lieber mal bei den Erwachsenen vorbei, was es dort so gibt und schnurre um ihre Beine herum.
Ein älterer Herr bemerkt mich und nimmt mich hoch auf seinen Schoß, um mich dort zu kraulen, wo ich es gern habe, hinterm Ohr, unterm Kinn; und er weiß, was Katzen lieben: ein kleines Stück vom Fisch, wie lecker! Immer wieder geht die Tür auf und es kommen neue Leute herein; große, kleine, junge, alte, dicke und dünne. Wie freundlich sie hier alle miteinander sind! Und jeder kriegt etwas, der eine ein Brötchen, der Nächste eine Zeitung zu lesen und der Dritte eine Antwort auf seine Frage. Wieder geht die Tür auf und ich nutze die Gelegenheit, um aus dem Raum zu schleichen, springe die Treppe hoch und komme in einen großen Raum, wo lauter Frauen mit kleinen Babys auf dem Fußboden liegen. Die Babys werden gekrault und freuen sich. Ob ich mich dort auch auf eine Matte legen kann?!
Ich gehe lieber weiter, vorbei an einem Badezimmer, wo mit Wasser gespritzt wird; iiihh wie grausam, dort werden Haare gewaschen. Bloß schnell weiter. Was höre ich da aus einem Zimmer, die Stimme meines Frauchens und sie raschelt mit Papier! Das macht sie zu gern. Sie nennt das "Belege sortieren". Die andere Frau kenne ich auch, ich glaube das ist die Chefin hier, Gisela, eine ganz nette, die auch schon bei uns war, um mich zu kraulen. Ich will lieber nicht stören und mache mich wieder auf den Weg nach unten. Dort sind immer mehr Beine in gemütlicher Runde und was die sich alle zu erzählen haben; es ist wie auf einem Basar und dabei halten sie etwas in den Händen, das sich bewegt. Oh, das ist ja Wolle! Damit läßt sich gut spielen. Ich hole mir ein Wollknäuel. Herrlich! Eine Frau nimmt mich zu sich auf ihren Schoß und krault mich. Ihre Nachbarin lässt mich von ihrem Kuchen probieren. Die hat ja gute Manieren! Aber ich muß jetzt langsam nach Hause, ich will nicht, daß Frauchen etwas merkt.
Aber eins weiß ich, ich komme wieder! Und ich kann mein Frauchen voll verstehen, dass sie hier so gerne ist.
Dorle Buck
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